OBERREITNAU (jgp) Im Abstiegskampf der Fußball-A-Liga wird es nach Oberreitnaus 1:0 gegen Tannau noch ein Stückchen spannender.
Der TSV überholt Tannau nach einem glücklichen,knappen Sieg. Ein Platzverweis war der Wendepunkt.

. TSV Oberreitnau - SV Tannau 1:0         

Tor: 1:0 Anton Strodel (68.) - Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Oberreitnaus Marcus Ludwig (56.) - Zuschauer: 100.

Wenn man Josef Kern nach der besten Motivation für seinen TSV Oberreitnau fragt, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: "Ein Platzverweis." Damit meint Kern allerdings nicht einen dezimierten Gegner. Vielmehr muss einer seiner eigenen Spieler den Platz verlassen, damit die anderen sich richtig reinhängen. So einmal mehr geschehen am gestrigen Sonntag, als Spielmacher Marcus Ludwig eine gute halbe Stunde vor Abpfiff vom Platz musste.

Die Gelb-Rote Karte war der Wendepunkt in einem Spiel, das die Gäste aus Tannau davor zu weiten Teilen beherrscht hatten. Ballbesitz, Spielanteile, Chancen: Überall war Tannau überlegen, hatte aber nichts aus dieser Überlegenheit gemacht. Stattdessen waren es bereits in der ersten Hälfte die Oberreitnauer Anton Strodel und Michael Kern, die mit zwei "blitzsauberen Kontern" (Josef Kern) gefährlich wurden.

In der Pause war sowohl TSV-Coach Kern als auch seinem Tannauer Kollegen Stefan Traut klar, dass das 1:0 das entscheidende Tor des Tages würde. Beide verordneten ihrer Mannschaft daher keinen Harakiri-Fußball, doch "bloß hinten reinstellen wollten wir uns auch nicht", beschrieb Josef Kern.

Den richtigen Ruck bekam Oberreitnaus Spiel ohnehin durch den Platzverweis. Plötzlich fighteten die Gastgeber, als gehe es um weit mehr als nur drei wichtige Punkte gegen den Abstieg. Tannau hingegen wusste mit seiner nun auch zahlenmäßigen Überlegenheit nur wenig anzufangen. Wie es in solchen Spielen manchmal läuft, setzte sich Anton Strodel im Tannauer Strafraum durch und traf aus spitzem Winkel ins kurze Eck. "Torwartfehler", rief danach Stefan Traut. Josef Kern fand nichts dabei, dass dieses Tor nicht hätte fallen müssen: "Wir sollen halt auch mal Glück haben", sagte Oberreitnaus Coach. Trotzig schob er hinterher, dass "der Sieg wegen unserer kämpferischen Leistung hochverdient war".

Der Erfolg war vor allem wichtig. Oberreitnau zieht punktemäßig mit Tannau gleich und überholt den SVT dank des besseren Torverhältnisses sogar. Josef Kern lobte sein Team und freute sich für die TSV-Elf: "Das war endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Nach so vielen Rückschlägen." Stefan Traut hingegen weiß, was die Stunde geschlagen hat. Akuter als jetzt war die Abstiegsgefahr selten. "Die nächsten beiden Spiele müssen wir gewinnen", forderte Traut. Er weiß, wer als nächstes kommt: Lindau und Langenargen. Der Abstiegskrimi geht fröhlich weiter.

(Quelle: szon.de -  Erschienen: 27.04.2009)